26. April 2016
Seepferdchen-Suche beim Tauchgang
Mein Heiratsantrag erfolgte komplett ohne Worte! Sagt man nicht immer, dass wahre Liebe keiner Worte bedürfe...?
Aber von Anfang an: Mein Verlobter und ich waren im Juli mit dem Wohnmobil meiner Eltern im Campingurlaub in Kroatien. Unsere gemeinsame Leidenschaft ist das Reisen und Tauchen. Zumal wir uns auch über das Tauchen kennen- und lieben gelernt haben. Zwei gute Freunde kamen eine Woche nachdem wir vor Ort waren nach und wir machten den ersten Tauchgang mit ihnen am Tag nach ihrer Auskunft. Da sie das Tauchgebiet noch nicht kannten, erklärte ich mich bereit den Tauchgang zu führen. Also vorneweg zu tauchen.
Ziel des Tauchgangs war es unter anderem auch die Seepferdchen zu finden die es an diesem Tauchplatz gab. Nach über einer Stunde erfolgloser Suche und da es mit unter auch etwas kalt wurde habe ich beschlossen Richtung Ausstieg zu tauchen. Plötzlich tippte mich mein (damals noch ) Freund an und winkte mir ich solle mitkommen. Voller Vorfreude dachte ich, er hätte endlich ein Seepferdchen gefunden und ich stellte mich mental schon darauf ein. Er legte ein ganz schönes Tempo unter Wasser vor und es dauerte etwas bis ich ihm folgen konnte. Als ich dann um einen größeren Steinblock herum tauchte, schwebte er über einer Sandfläche und unter ihm im Sand lag eine kleine hölzerne „Schatztruhe" auf welcher ein Herz und mein Kosename eingeflammt waren.
Rückblickend kann ich gar nicht mehr sagen was mir alles durch den Kopf schoss. Auf alle Fälle war auch dabei „Das ist kein Seepferchen". Unsere Freunde platzierten sich seitlich von uns beobachteten das Ganze mit etwas Abstand. Er deutete auf die Truhe und ich hob diese erst einmal hoch. Anstatt sie zu öffnen schaute ich erst mal an die Unterseite und stellte für mich in Gedanken fest „Aha mit Blei befestigt".... Warum ich solche völlig schrägen Gedanken dabei hatte ist mir heute ein Rätsel. Er schüttelte den Kopf und nahm mir die Truhe ab und stellte sie zurück in den Sand. Anschließend öffnete er die Truhe und es kam auf Watte gepackt (und mit einem Draht befestigt) ein Ring zum Vorschein. Laut der beobachtenden Freunde bin ich in diesem Moment ersteinmal einen halben Meter zurückgeschreckt.
Ich sah abwechselnd von dem Ring zu meinem Verlobten und dieser sah mich durch seine Tauchmaske mit großen Augen an. Mit seinen beiden Händen formte er ein „Händchenhalten" was ich als „wir beide Zusammen ?" interpretierte und dann nickte. Er machte weiterhin diese Bewegung aber ich dachte mir, ich hab doch schon genickt?! Also umarmte ich ihn und wir rieben unsere Atemregler aneinander. Als ich mich zu meinen Freunden umdrehte applaudierten diese und meine Freundin machte die gleiche Bewegung mit Ihren Händen wie mein Verlobter aber ich stand wirklich auf der Leitung was die alle von mir wollen.
Anschließend schloss er die Truhe und nahm meine Hand und wir tauchten Händchen haltend zurück zum Ausstieg. An der Wasseroberfläche gab es dann den lang ersehnten Kuss und zur Absicherung nochmal die obligatorische Frage: „Möchtest du mein Weibchen werden?!
Als wir zurück an unserem Wohnmobil waren, holte er zwei kleine Piccolo aus dem Kühlschrank welche er vor dem Tauchgang noch geschickt in den Kühlschrank geschmuggelt hatte und wir stoßten alle zusammen an. Schließlich lüftete sich auch das Geheimnis was das Zeichen Unterwasser bedeuten hätte sollen ?! Er wollte mir den Ring anstecken und ich hätte meine Handschuhe ausziehen sollen!
Naja, ich sag mal: Ganz ohne Worte hat es nicht perfekt geklappt, aber trotz allem war es für mich ein einzigartiger Heiratsantrag mit dem ich so auf diese Art nie und nimmer gerechnet hätte!