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Überraschung in der Feengrotte

 

21.November 2015

Ein paar Wochen zuvor hatte sich Micha bei mir erkundigt, ob ich an diesem Wochenende schon etwas vor habe. Hatte ich nicht. Ich sollte mir das Wochenende also frei halten. Zugegeben: Alleine das fand ich schon verdächtig, denn Micha plant sonst nie etwas ohne mir genau zu verraten was wir machen.  Aber ich liebe Überraschungen und habe nicht weiter nachgehakt. Mit der Zeit bekam ich immer mehr kleine Hinweise und Aufgaben: Besorg dir einen Schlafsack. Halte warme, bequeme Klamotten bereit. Die Schuhe sollten warmhalten und ich soll gut darin laufen können. Am meisten verwirrte mich dabei der Schlafsack und die Isomatten, die Micha schon besorgt hatte

 

Eine Woche vor dem besagten Wochenende saß Micha abends auf einmal sehr betrübt auf dem Sofa und sagte nur "Schatz ich muss mal etwas mit dir besprechen". Da war mir schon fast klar, was jetzt kommen wird. Es war der Tag nach dem Terror-Anschlag in Paris. Michas Plan war es ursprünglich mit mir über Nacht nach Paris zu fahren, weil ich schon immer einmal einen Wochenendausflug dort hin machen wollte. Nun hat er es jedoch mir überlassen, ob ich das so kurz nach dem Anschlag überhaupt möchte Uns war beiden ziemlich schnell klar: Nein!  So bitte nicht, das machen wir lieber irgendwann anders. Micha sagte mir aber gleich darauf, dass ich mir das Wochenende trotzdem weiterhin frei halten sollte, denn er findet auf jeden Fall eine andere schöne Alternative. 

Nach ein paar Tagen bekam ich neue Informationen: Zieh dich warm an. Festes Schuhwerk. Es könnte nass und rutschig werden. Es hat etwas mit Feen zu tun. Whaaaaat? Ich habe gar nichts verstanden und habe mich überraschen lassen.

Schließlich saßen wir im Auto. An einem grauen, recht kühlen Tag und ich war leicht am kränkeln. Doch Micha versicherte mir, dass ich erstmal einige Zeit im Auto schlafen kann.

 

 Per Handy sollte ich meine Mama, Schwester und ein paar Freundinnen immer auf dem Laufenden halten. Doch ziemlich lange konnte ich nichts erzählen, da wir lange Zeit auf der Autobahn fuhren. Dann überquerten wir die hessische Grenze. Es ging nach Thüringen. Am Handy wurde wild spekuliert. Doch schließlich sah ich das Schild, dass uns den letzten Hinweis gab: "Saalfelder Feengrotten". Eine Tropfsteinhöhle in einem alten Bergwerk. 

 Kommentar meiner Mutter: "Na ob da auch Verlobungsringe von der Decke tropfen?". Wir meldeten uns am Empfang an, waren aber noch etwas zu früh, weshalb wir erst einmal eine Weile über das Gelände spazierten und in einem kleinen Café Kuchen aßen und heiße Schokolade tranken. Schließlich rückte Micha mit der Sprache raus: Wir bekommen eine private Führung durch die Grotten (außerhalb der Führungszeiten). Am Eingang des Berges bekamen wir lustige Umhänge, Mützen und Laternen , so dass wir aussahen wie kleine Zwerge. Dann begann die Führung. Nur wir zwei und ein netter junger Mann, der uns auf lustige Art die Geschichte der Feengrotten erzählte.

 

 Und dann kam die letzte Grotte: Die größte und schönste im Werk und am Rand mit Tüchern und Teelichtern geschmückt. In der Mitte der kleinen Mauer vor der Grotte stand ein Tablett mit Sekt und zwei Gläsern. Da kribbelte es schon ordentlich im Bauch. Zunächst wurde uns noch eine kleine Sage zu der Grotte erzählt, die mit Musik und Lichtshow untermalt war. Im Anschluss zeigte uns der Leiter wo wir noch verschiedene Musikstücke abspielen können, machte ein bei Paaren sehr beliebtes Stück an und ließ uns allein. Wir öffneten den Sekt, stießen an, lauschten kurz der Musik, als Micha mir schließlich in die Augen schaute, ein paar spontane süße Worte sprach und auf die Knie ging (trotz glitschig nassem Untergrund!), ein kleines Schächtelchen auspackte, um mich zu fragen... na ihr wisst schon ;-) Die Antwort war natürlich auch ganz klar: ein breit grinsendes JA! 

Er steckte mir den Ring an den Finger (wohlbemerkt: den ERSTEN Ring, den ich jemals getragen habe, denn ich hatte bisher eine absolute Ringsperre!), der zum Glück perfekt passte. Und da Micha unbedingt Paarringe haben wollte, nahm ich also auch seinen Ring und steckte ihn ihm an den Finger. Wir stießen nochmal mit Sekt an und hörten ein weiteres Lied mit Lichtshow bevor der nette Mann wieder kam, um uns nach Draußen zu begleiten. Um den Abend noch schön ausklingen zu lassen fuhren wir dann ins Innere des Ortes, um dort in der sehr süßen Altstadt spazieren zu gehen und in einem super schönen, modernen Restaurant essen zu gehen. Es war ein genialer Tag und bestimmt 100 Mal schöner und ausgefallener als Paris geworden wäre! Ich bin wirklich stolz auf meinen Schatz und werde mich bestimmt noch lange an diesen Tag erinnern  :)


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